1. Preis für das Team der Musikhochschule Trossingen
Die Preisverleihung des ersten Musikwettbewerbs für Studierende fand am 8. Mai 2026 in der Stadthalle in Burladingen statt. Zu den Preisträgern gehörte ein Team der Musikhochschule in Trossingen, die mit dem Projekt
"Sounds of Trossingen - eine auditive Spurensuche (fast) vergessener Hohner Instrumente"
einen 1. Preis erzielten.
Herzlichen Glückwunsch an Georgy Katsnelson, John Bleiker, Valentin Händler, Philipp Kraus, Gabriel Croce, Nick Lörcher, Otto Ballnath!
Bürgermeister Davide Licht überreichte bei der Feierlichkeit die Urkunden an die Studierenden.
Der Wettbewerbsbeitrag ist unter folgendem Link einsehbar: https://www.hfm-trossingen.de/musikdesign/portfolio/sound-of-trossingen
1. Preis für Jolanda Stiehle
Ebenfalls einen 1. Preis erhielt Jolanda Stiehle von der Musikhochschule Heidelberg für ihre Arbeit
"Hedwig Marx-Kirsch
Ihr Leben als Pianistin, Bürgerin und Musikwissenschaftlerin.
Rekonstruktion ihres Werdegangs und ihres bibliothekarischen Vermächtnisses."
Der Wettbewerbsbeitrag kann über den Link
https://c.web.de/@1637094212132405418/dlmQJnknn9I4H5vzdfGHBg
abgerufen werden.
Auszug aus der Laudatio von Michael Hagemann (Vorsitzender der Jury)
Sie erleben nun eine Premiere, sogar eine Uraufführung! Zum ersten Mal wurde von der Stiftung Musikforschung in Baden-Württemberg ein Wettbewerb für Studierende ausgeschrieben.
Zunächst möchte ich mich als Jury-Vorsitzender ganz herzlich bei der Jurorin und den Juroren für die vorbildliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken.
Die Information über den Wettbewerb ging an alle Musikhochschulen und Musikwissenschaftlichen Seminare und Institute in Baden-Württemberg. Flyer wurden bei großen Festivals wie den Donaueschinger Musiktagen ausgelegt.
Der Einsendeschluss rückte immer näher, keine Post, keine Mail, kein Telefonanruf. Nichts. Der Vorstand grübelte, ob die Ausschreibung vielleicht doch zu ambitioniert war. Wo sind die mutigen Studierenden, die nicht nur über den Tellerrand hinweg schauen – was natürlich wichtig ist - , sondern auch sehen und genießen, was sich direkt vor ihnen auf dem Teller präsentiert?
Umso größer war die Freude, als kurz vor Annahmeschluss zwei wunderbare Beiträge eingegangen sind. Dafür danke ich im Namen der Stiftung und der Jury den Studierenden Otto Ballnath, John Bleiker, Gabriel Croce,Valentin Händler, Georgy Katsnelson, Philipp Kraus und Nick Lörcher aus Trossingen und Frau Jolanda Stiehle aus Heidelberg.
Die Jury ist zu dem einstimmigen Ergebnis gelangt, dass beim ersten Wettbewerb der Stiftung für Musikforschung in Baden-Württemberg
zwei erste Preise
verliehen werden.
Der erste Wettbewerbsbeitrag wurde von Studierenden der Musikhochschule Trossingen aus dem Studiengang Musikdesign eingereicht. Im Studiengang Musikdesign geht es nicht darum, eine neue Schnecke für die Violine zu entwerfen oder eine Kirchenorgel mit Graffiti zu besprühen. Auf der Seite der Musikhochschule Trossingen findet man diese Definition:
„Auf dem Fundament einer musikalisch-künstlerischen Ausbildung gestalten Musikdesignerinnen und Musikdesigner die Klänge der Zukunft. Technisch innovativ, musikalisch anspruchsvoll und in interdisziplinärer Teamarbeit. MusikdesignerInnen schaffen Klangwelten für Filme und Games, Räume und Produkte, entwickeln neuartige Konzertformate und stehen gemeinsam mit traditionellen MusikerInnen auf der Bühne.“
Unsere Preisträger haben unter der Anleitung von Frau Professorin Christina Zenk, die das Projekt betreut hat, dem Studiengangsleiter Herrn Prof. Florian Käppler und Herrn Patrick Kuhn-Botelho, zuständig für Projektmanagement und Digitalkommunikation, den Beitrag
„Sound of Trossingen – eine auditive Spurensuche (fast) vergessener Hohner Instrumente“
eingereicht.
Es ist nahezu vergessen, dass bei der Firma Hohner in Trossingen abgesehen vom Akkordeon, dem Instrument des Jahres 2026, auch ganz ausgefallene und innovative Instrumente gebaut wurden, ausgedacht und entwickelt vom „Trossinger Daniel Düsentrieb“ Ernst Zacharias. Zum Beispiel das Clavinet, welches Stevie Wonder nach 3 Minuten und 42 Sekunden in seinem Song „Sweet Littler Girl“ aus dem Jahr 1972 besingt:
"You know your baby loves you, more than I love my Clavinet".
Zu diesen Instrumenten gehören auch: die Claviola, Harmonetta, Multimonica, Clarina, Electra Melodica und das Guitaret.
Im Studiengang Musikdesign hat jeder Studierende „sein“ Instrument gespielt, dessen Funktionsweise und Klangwelt beschrieben und Musik für dieses Instrument komponiert. Das Ganze wurde in einem ansprechenden Internetauftritt veröffentlicht, Sie alle können „Sound of Trossingen“ auf der Seite der Musikhochschule sehen und hören.
Ein Auszug aus der Beurteilung der Jurorin Frau Kathrin A. Denner:
„Der Beitrag überzeugt durch einen ungewöhnlich offenen und kreativen Zugriff auf ein Thema, das in dieser Form bislang wenig im Fokus stand. …
Die Verbindung aus Recherche, praktischer Erprobung und eigener musikalischer Produktion ist besonders gelungen. Hervorzuheben ist zudem die Form der Präsentation. Die eigens entwickelte Website bündelt Texte, audiovisuelle Materialien und digitale Instrumente und macht das Projekt dadurch anschaulich und zugänglich.“
Ein erster Preis geht an:
Otto Ballnath, John Bleiker, Gabriel Croce, Valentin Händler, Georgy Katsnelson, Philipp Kraus und Nick Lörcher
Herzlichen Glückwunsch!
Der nächste erste Preis geht nach Heidelberg an Frau Jolanda Stiehle. Sie bekommt den 1. Preis für ihren Beitrag
"Hedwig Marx-Kirsch. Ihr Leben als Pianistin, Bürgerin und Musikwissenschaftlerin. Rekonstruktion ihres Werdegangs und ihres bibliothekarischen Vermächtnisses“
Den Grundstock für die Seminarbibliothek des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg legte eine Stiftung des jüdischen Bankiers Hofrat Hermann Albert Marx im Gedenken an seine früh verstorbene Gattin, die hochgeachtete Pianistin Hedwig Marx-Kirsch (1884–1920). Anfang 1937 setzte Hermann Albert Marx seinem Leben freiwillig ein Ende, Die jährlichen Zuweisungen und Sondermittel der Stiftung stehen bis heute der Heidelberger Seminarbibliothek zur Verfügung.
Frau Stiehle, als Klavierduo-Spieler habe ich mit großem Interesse gelesen, dass Hedwig Marx-Kirsch mit dem berühmten Pianisten Artur Schnabel zahlreiche Konzerte vierhändig und an zwei Klavieren gespielt hat!
Ein Auszug aus der Beurteilung von Herrn Prof. Dr. Stefan Morent:
„Der Beitrag von Frau Jolanda Stiehle erfüllt die für den Wettbewerb in der Ausschreibung genannten Themenfelder A: Porträts und B: Nachlässe inhaltlich und formal genau.
Die Autorin zeichnet in diesem Beitrag das Lebensbild der Pianistin Hedwig Marx-Kirsch anhand verschiedener Stationen in Karlsruhe, Berlin, Paris und schließlich Mannheim. Akribisch werden Konzertorte, -programme und partner bzw. partnerinnen aufgelistet und die Autorin kann sogar das Hochzeitsdatum mit Hermann Albert Marx gegenüber der - nur spärlich vorhandenen - bisherigen Literatur korrigieren. Insgesamt wird deutlich, welche herausragende Pianistin Hedwig Marx-Kirsch war und wie sie sich trotz ihrer Sonderrolle als Bankiersgattin im Konzertleben behaupten konnte. Im zweiten Teil des Beitrags wird die Stiftung der Bibliothek der Pianistin anlässlich ihres frühen Todes an das neu gegründete Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Heidelberg in ihrer Bedeutung bis heute gewürdigt und eingeordnet. Dem zehn Seiten plus Literaturverzeichnis umfassenden Textteil folgt ein 70 (!) Seiten umfassender Katalogteil zum heute noch vorhandenen Bestand in der Seminarbibliothek.
Der Beitrag stellt einen für eine BA-Studierende beachtliche und für das Stiftungsinteresse zentrale Leistung dar.“
Herzlichen Glückwunsch!
Reaktion in der Presse
Reutlinger Generalanzeiger:
https://www.gea.de/neckar-alb/kultur-in-der-region_artikel,-stiftung-musikforschung-k%C3%BCrt-projekte-aus-trossingen-und-heidelberg-_arid,7154594.html
Schwäbisches Tagblatt Tübingen:
https://epaper.swp.de/data/5850/reader/reader.html?t=1781013088095#!preferred/0/package/5850/pub/10806/page/13/alb/3231398